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Schmerzen durch Arthrose (Verschleißarthrose) sind eine der häufigsten Ursachen für eingeschränkte Mobilität bei Älteren. Es können Knie, Hüfte, Hände oder Rücken sein, die den Alltag einschränken, und viele erleben, dass die Schmerzen schwanken: Ruhige Phasen werden von Tagen mit mehr Steifigkeit, Schwellung und Druckschmerz abgelöst.

Rot- und Infrarot-Lichttherapie, auch Photobiomodulation (PBM) genannt, spielt in der Diskussion um schonende Schmerzlinderung eine immer größere Rolle. Die Methode wird sowohl in Kliniken als auch zu Hause eingesetzt, aber es lohnt sich, an einem Punkt zu beginnen: Was sagt die Forschung, was kann man realistisch erwarten, und wie nutzt man es am sinnvollsten, wenn man in die Jahre gekommen ist?

Arthrose im Alter: warum Schmerzen mit zunehmendem Alter stärker ins Gewicht fallen können

Bei Arthrose geht es nicht nur um „Verschleiß“. Es ist ein Zustand, bei dem das gesamte Gelenk betroffen sein kann: Knorpel, Gelenkkapsel, Sehnen, Knochen und die lokale Entzündung. Viele Ältere haben zudem andere Faktoren, die das Schmerzempfinden beeinflussen, wie geringere Muskelkraft, weniger Stabilität und ein niedrigeres Aktivitätsniveau.

Ein kurzer Satz, der oft genau trifft: Nicht immer entscheidet das Röntgenbild über den Schmerz, sondern wie das Gelenk im Alltag funktioniert.

Der Schmerz kann mechanisch sein (schlimmer bei Belastung), entzündlich (schlimmer nach Ruhe oder morgens) oder eine Mischung. Und genau hier wird PBM interessant, weil das Ziel typischerweise ist, Schmerz und Reizung zu dämpfen, ohne Magen, Nieren oder Kreislauf zu belasten, wie es bestimmte Schmerzmittel bei Älteren tun können.

Was Rot- und Infrarot-Lichttherapie ist (und was nicht)

PBM nutzt Licht in bestimmten Wellenlängen, typischerweise rotes Licht um 600 bis 700 nm und Infrarot um 800 bis 1000 nm. Ziel ist nicht, das Gewebe stark zu erwärmen, sondern über Lichtabsorption biologische Prozesse in den Zellen zu beeinflussen.

Es ist auch keine „Heilung“ für Arthrose. Arthrose ist oft ein langfristiger Zustand, bei dem man über die Zeit mit Symptomen, Funktion und Belastung arbeitet. PBM ist am besten als Ergänzung zu den Maßnahmen einzuordnen, die bei Arthrose am besten belegt sind – insbesondere Training, bei Bedarf Gewichtsmanagement und gute Alltagsstrategien.

Inzwischen wird PBM in mehreren Formaten eingesetzt:

Die Mechanismen: worauf die Forschung im Körper hinweist

Der am häufigsten beschriebene Mechanismus in der Literatur ist die Beeinflussung der Mitochondrien, wobei lichtabsorbierende Enzyme, insbesondere Cytochrom-c-Oxidase, eine zentrale Rolle zu spielen scheinen. Werden sie stimuliert, kann die Energieproduktion der Zelle (ATP) steigen, und es kann Stickstoffmonoxid (NO) freigesetzt werden, was mit Durchblutung und Signalübertragung im Gewebe zusammenhängt.

Gleichzeitig beschreiben mehrere Übersichtsarbeiten, dass PBM zur Modulation von Entzündungen beitragen kann, indem es Botenstoffe (Zytokine) und Enzyme beeinflusst, die am Gewebeabbau beteiligt sind. Im Arthrose-Kontext ist das relevant, weil Schmerz und Steifigkeit oft mit lokaler Reizung und einem „überaktiven“ Gewebemilieu rund um das Gelenk zusammenhängen.

Bei Älteren gibt es keine guten Daten, die zeigen, dass sich die Lichtmechanismen allein durch das Alter deutlich verändern. Dafür können Faktoren, die mit zunehmendem Alter häufiger sind, eine Rolle spielen: geringere Gewebedurchblutung, langsamere Regeneration und mehrere gleichzeitige Beschwerden. Hier kann eine Methode, die schonend ist und häufig angewendet werden kann, praktisch sein.

Was die Evidenz bei Arthrose sagt: Wirkung auf Schmerz und Funktion

Wenn man randomisierte Studien und Meta-Analysen vor allem zur Kniearthrose betrachtet, ist das Bild einigermaßen stabil: Viele Studien zeigen eine Schmerzlinderung im Vergleich zu Placebo, aber die Wirkung variiert, und die Qualität der Evidenz wird häufig als niedrig bewertet.

Eine neuere Meta-Analyse (2024) fand eine moderate Schmerzlinderung in Ruhe im Vergleich zu Placebo, während Effekte auf konkretere Funktionstests wie Geh- und Aufsteh-Hinsetz-Tests weniger eindeutig waren. Eine ältere Meta-Analyse (2017) fand ebenfalls Verbesserungen bei Schmerz und WOMAC-Score (Schmerz, Steifigkeit und Funktion), wies aber zugleich auf große Unterschiede bei den Behandlungsparametern zwischen den Studien hin.

Das ergibt eine sehr praktische Botschaft: PBM scheint vielen bei Schmerzen helfen zu können, während Verbesserungen der Funktion oft erfordern, dass man gleichzeitig an Kraft, Beweglichkeit und Belastungssteuerung arbeitet.

Viele nutzen PBM im Alltag mit diesen Zielen:

  • Schmerzdämpfung bei Aktivität
  • Weniger Morgensteifigkeit
  • Bessere Verträglichkeit von Training und Spaziergängen
  • Beruhigung des Gelenks in Phasen mit Aufflammen

Wie lange hält die Wirkung an?

Die meisten Studien messen direkt nach einem Behandlungsverlauf oder wenige Wochen später. Dabei zeigt sich bei einem Teil der Teilnehmenden oft ein positiver Effekt auf den Schmerz. Bei längerer Nachbeobachtung wird das Ergebnis unsicherer.

In einigen Untersuchungen scheint sich der Unterschied nach ein paar Monaten auszugleichen, wenn die Behandlung vollständig beendet wird. Das passt gut zu der Art, wie viele PBM in der Praxis nutzen: eine intensivere Phase bei Bedarf und danach Erhaltung, wenn man eine deutliche Wirkung spürt.

Protokolle in der Praxis: Häufigkeit, Dauer und „Dosis“

Es gibt kein Standardprotokoll, auf das sich alle einigen. Die Studien reichen von kurzen, intensiven Verläufen bis zu Behandlungen mehrmals pro Woche über mehrere Wochen. Ein klassischer Rahmen in der Forschung sind 2 bis 3 Behandlungen pro Woche über 4 bis 6 Wochen, oft 10 bis 20 Minuten pro Gelenk und Sitzung. Einige frühe Studien nutzten sogar zwei tägliche Sitzungen über kürzere Zeiträume.

Ein wichtiges Detail ist, dass die „Dosis“ unterschiedlich angegeben werden kann: Gesamtenergie (Joule), Energie pro Fläche (J/cm²), Leistung (mW) und Behandlungszeit. WALT (World Association for Photobiomodulation Therapy) gibt Dosierungsempfehlungen, oft genannt im Bereich von 2 bis 6 J/cm² zur Schmerzlinderung bei Muskel- und Skelettbeschwerden, aber das sind keine breiten nationalen Leitlinien.

Wenn man Geräte zu Hause nutzt, ist die Anleitung des Herstellers meist am sinnvollsten, weil sie zur konkreten Leistung des Geräts, zum Abstand zur Haut und zur Größe des Lichtfelds passt. Viele Heimprotokolle liegen bei etwa 10 bis 20 Minuten täglich, ggf. 1 bis 2 Mal pro Tag über einen Zeitraum.

Übersicht: Rot, Infrarot und Laser im Verhältnis zur Arthrose

TechnologieTypische WellenlängenPraktisches MerkmalTypische Anwendung bei Arthrose
Rotes Lichtca. 600 bis 700 nmEher oberflächennahGelenknahe Sehnen, Muskelverspannung, Haut und oberflächliches Gewebe rund um das Gelenk
Infrarotca. 800 bis 1000 nmWird oft als „tiefer“ im Gewebe empfundenBereiche mit mehr Weichgewebe über dem Gelenk, Muskulatur und tiefere Strukturen rund um Knie/Hüfte
Laser (PBM)oft rot oder infrarot, aber stärker fokussiertGezieltere EnergieabgabePunktuelle Behandlung entlang der Gelenklinie, an Sehnenansätzen und schmerzhaften Bereichen

Die Tabelle sagt nicht, dass ein Typ immer besser ist. Sie sagt, dass Format und Art der Lichtabgabe unterschiedlich sein können – und das beeinflusst, was im Alltag praktisch ist.

So lässt sich PBM zusammen mit Training und Alltagsstrategien einbauen

Arthrose wird selten durch eine einzige Maßnahme besser. Wenn PBM am meisten Sinn ergibt, dann oft als Hilfe, um das tun zu können, was langfristig wirkt: Bewegung.

Ein einfaches Modell ist, das Licht nahe an den Zeitpunkten zu nutzen, an denen man normalerweise eingeschränkt wird. Das kann vor einem Spaziergang sein, um „das Gelenk in Gang zu bringen“, oder nach dem Training, um Reizung zu dämpfen.

Wenn Sie es systematischer angehen möchten, können Sie Folgendes erwägen:

  • Timing: vor Aktivität (Steifigkeit) oder nach Aktivität (Reaktion)
  • Zeitraum: 3 bis 6 Wochen mit festem Rhythmus, bevor Sie die Wirkung beurteilen
  • Messung: notieren Sie Schmerz (0 bis 10), Schlaf, Gehstrecke und Morgensteifigkeit

Ein kurzer, ehrlicher Satz: Wenn Sie nach einer gut durchgeführten Phase keinen Unterschied spüren, ist es oft besser, die Maßnahme anzupassen, statt einfach unverändert weiterzumachen.

Sicherheit, Nebenwirkungen und besondere Aspekte bei Älteren

PBM wird in Reviews als Methode mit sehr wenigen Nebenwirkungen beschrieben, wenn sie korrekt angewendet wird. Das ist einer der Hauptgründe, warum viele Menschen mit Arthrose neugierig sind – besonders wenn sie NSAID nicht vertragen oder Medikamente begrenzen möchten.

Das bedeutet nicht, dass man Licht völlig gedankenlos einsetzen kann. Die wichtigsten Vorsichtsmaßnahmen betreffen Augen, Haut und besondere Krankheitszustände.

  • Augen: Schutz verwenden: Schauen Sie niemals in eine starke Lichtquelle oder einen Laser, und seien Sie besonders vorsichtig bei Behandlungen nahe am Gesicht.
  • Haut und Sensibilität: Bei verminderter Sensibilität (Neuropathie) oder empfindlicher Haut sollte man vorsichtig starten und die Reaktion beobachten.
  • Besondere Zustände: Vermeiden Sie in der Regel eine Behandlung direkt über bekannten, aktiven Krebsarealen, und sprechen Sie mit dem Arzt bei Schwangerschaft oder wenn Sie photosensibilisierende Medikamente einnehmen.

Bei Älteren ist auch „praktische Sicherheit“ relevant: ein Pad korrekt am Knie platzieren zu können, bequem zu sitzen und Stürze zu vermeiden, wenn man direkt nach einer Sitzung aufsteht.

Warum PBM (noch) nicht in den großen Leitlinien steht

Die großen internationalen Leitlinien zur Arthrose betonen weiterhin Training, Gewichtsregulation bei Bedarf, Patientenschulung sowie ausgewählte medikamentöse Behandlung und Injektionen in besonderen Fällen. PBM wird oft gar nicht erwähnt.

Das liegt typischerweise nicht daran, dass die Methode als gefährlich gilt, sondern daran, dass die Evidenz nicht einheitlich genug ist: Die Studien nutzen viele unterschiedliche Einstellungen, es gibt oft wenige Teilnehmende, und es fehlen Langzeitdaten. Wenn die Evidenz uneinheitlich ist, konzentriert sich die Leitlinienarbeit häufig auf Maßnahmen mit stabilerer Datenbasis.

Das lässt Raum für eine vernünftige Mittelposition: PBM kann als Ergänzung ausprobiert werden – besonders wenn das Risiko als gering eingeschätzt wird und man gleichzeitig an den am besten belegten Maßnahmen arbeitet.

Gerätewahl für die Anwendung zu Hause: worauf es sich zu achten lohnt

Wenn man PBM zu Hause in Betracht zieht, ist es von Vorteil, Geräte zu wählen, die CE-zertifiziert sind und bei denen der Hersteller zentrale Spezifikationen angibt. Ein dänischer Anbieter mit Lager in Dänemark kann zudem die Beratung, Ersatzteile und schnelle Lieferung erleichtern.

Es ist selten nötig, auf „so viel Licht wie möglich“ zu setzen. Wichtig ist, dass das Gerät konsequent genutzt werden kann, nah am Gelenk, das Probleme macht, und dass die Bedienungsanleitung klar ist.

Eine kleine Checkliste kann helfen:

  • Klare Wellenlängen (Rot und Infrarot angegeben)
  • Angegebene Leistung und Behandlungsfläche
  • Benutzerfreundliche Befestigung an Knie/Hüfte/Schulter
  • Realistische Empfehlungen zu Anwendung und Pausen

Wann man unterwegs mit Arzt oder Physiotherapeut sprechen sollte

PBM kann in einen normalen Arthrose-Verlauf passen, aber es gibt Situationen, in denen man sich nicht mit Selbstbehandlung begnügen sollte.

  • Neue, deutliche Schwellung und Wärme im Gelenk
  • Schmerzen nach Sturz oder Verdrehung mit Verdacht auf Verletzung
  • Fieber, beeinträchtigter Allgemeinzustand oder unerklärlicher Gewichtsverlust
  • Nächtliche Schmerzen, die ihren Charakter verändern und nicht Ihren üblichen Arthrose-Schmerzen ähneln

Ein Physiotherapeut kann auch helfen, die Übungen zu finden, die zu Ihrer Art von Arthrose passen, und PBM kann in vielen Fällen als Unterstützung dienen, um sie stabiler durchzuführen.

Ein realistisches Ziel für viele Ältere: mehr Bewegung mit weniger Schmerzen

Wenn man Forschung und Erfahrungen nüchtern betrachtet, ergibt PBM am meisten Sinn als Teil eines Plans, bei dem das Ziel mehr Alltagsfunktion ist: länger gehen zu können, leichter aufzustehen, besser zu schlafen und sich in Bewegung sicherer zu fühlen.

Manche werden einen deutlichen Unterschied spüren, andere nur einen kleinen und manche gar keinen. Entscheidend ist, dass Sie die Wirkung an etwas Konkretem in Ihrem Alltag beurteilen und der Methode genug Zeit geben, ihr Potenzial zu zeigen – ohne dass sie die wichtigsten Maßnahmen aus dem Kalender verdrängen darf.

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